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Beim wunderschönen Drachenfliegertreffen in Schneverdingen im Jahr 2000 unterhielt sich meine Frau Hildegard lange mit Monika Struck über die auf Fanø stattfindenden Aktionen zu Gunsten der Kinderhilfe Kolumbien. Das sollte Folgen haben, denn auf der Heimfahrt beschlossen wir, auch mal etwas für die kolumbianischen Kinder zu machen.

Darf's ein bisschen mehr sein?

Gesagt, getan. Da wir in den letzten zwei Jahren im Nachbau der Roloplan-Drachen sehr viel von Werner Ahlgrimm und Hermann Klimberg dazugelernt hatten, sollten es einige Rolos werden. Einen Teil des Verkaufserlöses wollten wir auf Fanø spenden und den letzten Drachen dieser Serie in die Versteigerung geben. Zunächst waren 25 Stück geplant, aber schnell hatte sich die Aktion unter unseren Drachenfreunden herumgesprochen und im Handumdrehen war die Zahl bei den Vorbestellungen erreicht, also erhöhen auf 50!

Hildegard hatte vor zwei Jahren auf Fanø endlich einen Baumwollstoff gefunden, der dem ursprünglichen sehr nahe kam (er hatte nur 113 g/m² in Gegensatz zum bisher verwendeten Fahnentuch mit 140-150 g/m²), somit war der Bau kleinerer Rolos etwas leichter geworden. Damit sich diese Drachen von den bisherigen Nachbauten gut abheben, wählten wir eine Farbkombination, die wir zuvor noch nicht gesehen hatten: gelb/grün für die Segel und rot für die mittlere Stabtasche. Denn wenn die Rolos am Himmel sind, kann man nicht mehr so schnell sagen, ob dort ein 90er, ein 100er, ein 120er oder gar ein 130er fliegt. Ein 130er? Nun ja auch die Größe sollte mal eine andere sein! Und so entstanden  die RP/130/2/01 bis RP/130/2/50.

Im Oktober kam dann der bestellte Stoff aus Dänemark (zweimal 40m gelb/grün und einmal 15 m rot), 450 m Halbleinenband in 10 mm Breite für das Einfassen der Knopflöcher.


Das Halbleinenband gibt es nur in weiß und so mussten die 450 m zuerst eingefärbt und dann gebügelt werden. Langweilig und zeitraubend ohne Ende! Einmal kochte mir die rote Brühe über und es gab zur Abwechslung herrliche Putzstunden in der Küche. Und dann die Segel - es macht ja Spaß, einen Rolo zuzuschneiden, aber 50 Ober- und Untersegel!. Dazu die Verstärkungen: pro Drachen 10 Stück, also 500 in Köper! 150 Einfassungen für die Knopflöcher, 100 Verstärkungsbändchen für die Mitte des unteren Randes der Segel.


Was war denn dann noch? Ach ja, die Waageschnüre und die Kopfspannung sollten so angebracht werden, daß der Stoff nicht durchstochen werden musste und an dieser Stelle einreißen konnte. Also waren wieder mal 450 Bändchen mit 900 Nähten aufzunähen und danach 3600 Anfangs- und Endfäden zusätzlich abzuschneiden. Und es war kein Ende in Sicht! Eine Erkrankung in der Familie verursachte dann noch eine Auszeit von ca. sechs Wochen im November/Dezember.

Endspurt

Weihnachten kam, und da sollten eigentlich die ersten Drachen ausgeliefert werden. Aber nix war!. Noch standen 150 m Raminstäbe herum, die zugesägt werden mussten. Wenigstens brauchten wir uns nicht um das Löten der Messingverbinder kümmern. Das übernahmen gute Freunde aus Oberhausen und Vörde.

Da wir immer nur in unserer Freizeit arbeiten konnten und zwischendurch auch noch einige Messen zu besuchen waren, Weihnachten und Geburtstage gefeiert werden mussten, lief uns die Zeit nur so davon. Dazu noch das Symposium der Drachen Foundation in Haltern und der Umzug unserer Tochter von Leer nach Elsfleth. Wenigstens konnte ich aber einen vorgezogenen Drachen, die Nummer 1 nach Haltern mitnehmen und dort vorstellen. Die Drachenfreunde zeigten sich angetan und auch Scott Skinner fand die Idee, mit dieser Serie den Kindern Kolumbiens etwas zu helfen, sehr gut.

Zum Glück besuchte uns ein lieber Freund aus Münster, der mir an einem Wochenende half, 400 Stäbe zuzusägen, d.h.:, es waren wohl eher 450, denn das Holz musste teilweise aussortiert werden. Dieser Freund machte mir dann auch klar, daß ich es wohl nicht schaffen würde, alle Stäbe von Hand mit einer Feile abzurunden, schließlich handelte es sich ja nicht nur um sechs Stäbe für einen Drachen und zwei Ersatzstäbe, sondern um 400. Also schnell einen Bandschleifer angeschafft und mit Stöpseln in den Ohren ca. acht Stunden die Enden der Raminstäbe abgerundet, damit die Stabtaschen nicht beschädigt würden.

Endlich am 1. Mai waren alle Drachen fertig genäht, aber noch nicht die dazugehörigen Köcher, Wieder 50 Stoffstreifen zuschneiden, säumen, Bänder zum Zuschnüren aufnähen und die Beutel zusammennähen. Dann noch 350 Waageschnüre und 50 Kopfschnüre, pro Drachen nochmals eine gute halbe Stunde. Statt am Muttertag mal mit Hildegard auszugehen, sie und ich konnten schon fast keine Rolos mehr sehen, haben wir zwei Tage 25 Stunden lang geknotet.


Wenn wir schon in Zahlen schwelgen, hier noch ein paar mehr: In der ganzen Zeit habe ich wohl sechs oder sieben Fußspulen verbraucht, also ca.12 km Garn, nur drei Nähnadeln abgebrochen, 600 Knopflöcher genäht, 500m Waageschnur verarbeitet und 250 Beschriftungen aufgebügelt. Und beim Einfliegen der Drachen legten wir so etwa 15 km zu Fuß zurück.

An Pfingsten war aber alles geschafft und die ersten Drachen wurden auf dem leider verregneten Drachenfest in Burhave ausgeliefert. Einige Drachen gingen mit der Post auf die Reise, so auch die Nummer 23, die nun auf den Drachenfesten der "Tasmania Kiteflyers Association" (Robert Brasington), bei der wir seit einiger Zeit Mitglieder sind, fliegen wird. Die übrigen händigte ich ihren neuen Eigentümern beim "17.International Kiteflyers Meeting" auf Fanø aus. Und so war es denn möglich, bei der Versteigerung in der Reithalle in Rindby für die Kinderhilfe Kolumbien einen Scheck in Höhe von 1570 DM zu überreichen. Die Nummer 50 dieser Serie brachte dann zusätzlich 300 DM bei der Versteigerung ein. Ganz nebenher verkauften wir noch 26 Aufnäher mit dem Drachen und der Unterschrift "Kinderhilfe Kolumbien 2001" und konnten so nochmals 130 DM als Spende abzweigen.

Gedankt sei hier noch ganz besonders meiner lieben Frau Hildegard, denn in unserem Wohnzimmer sah es oft so aus wie bei Hempels unterm Sofa, und meinen lieben Helfern: Michael Heiken (Oberhausen),Hartmut Heiken (Vörde), Holm Pajung (Halsbrücke), Heinz Hasselberg (Münster) und Astrid Lesnik (Uedem), die die Aufnäher gefertigt hat.