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Schaut man auf die Drachenszene rund um den Roloplan, so fällt besonders ein alter Herr ins Gewicht: Werner Ahlgrim aus Bremerhaven.

1922 in Neustadt-Glewe, in der Nähe Schwerins geboren, fand er nach dem Krieg 1945 eine neue Heimat in Bremerhaven.

Schon als Kind war er von den Drachen fasziniert und mit ca.10 Jahren flog sein erster Eddy-Drachen oder, wie man damals sagte, ein Diamant oder Malaye, mit einem langen Schwanz.

Als er 1934 seine Schwester in Hamburg besuchte, sah er dort, dass sich auf dem Heiligengeistfeld neben Kindern auch Erwachsene mit Drachen beschäftigten. Damals sah er die ersten zwei- und dreiflügligen Roloplane der Firma Steiff am Himmel stehen und er war von diesem Drachentyp völlig begeistert. Und so entstand kurz danach sein erstes eigenes Roloplanmodell.

Nach  Beendigung der Volksschule  fuhr Werner zur See und wurde zu Kriegsbeginn zur Handelsmarine eingezogen. Kurz vor Kriegsende wurde das Schiff, auf dem er zu dieser Zeit fuhr, noch in der Ostsee versenkt, doch nach unendlich scheinenden Stunden im kalten Wasser wurde er gerettet und  1945  musterte er in Bremerhaven ab und blieb dann, wie schon gesagt dort, wo er im Hafen Arbeit als Stauer fand, bis er dann 1982 in Rente ging. 

Gleich nach dem Krieg begann Werner wieder sein Hobby, das Drachenbauen, aufleben zu lassen und er war schon zu der damaligen Zeit Stammgast bei den wieder aufkommenden Drachenfesten im Norden Deutschlands.

Seine ersten Stoffdrachen baute er zu dieser Zeit in Ermangelung von brauchbarem Material aus den Mehlsäcken der Amerikaner, welche sich nach dem Waschen als geeignetes Baumaterial entpuppte.

Neben seinen Lieblingsdrachen, den Roloplanen in allen möglichen Varianten und Größen, baute er auch schon damals große Kastendrachen wie zum Beispiel den „Hamburger Diamantdrachen“ aus der Seewetterwarte Hamburg Großborstel, den „Lindenberger Normaldrachen“, den französischen „Lecornu“, den „Invader“, eine Entwicklung von Jilly Pelham und das „Kwintet“, einen in den Niederlanden entwickeltes Modell von Jan Pit aus Barneveld, um nur einige wenige zu nennen.

Trotz seines nun schon fortgeschrittenen Alters besucht er auch heute noch jedes Jahr als wohl ältester Teilnehmer eines der größten Drachenfeste auf der Welt – das internationale Kite-Fliers-Meeting auf der dänischen Insel Fanø. Ohne ihn wäre dort eine große Leere!

Und Werner Ahlgrim ist ein sehr mitteilsamer Mensch, der mit seinen Erfahrungen anderen Drachenbauern und Drachenfliegern gerne weiterhilft. Er ist nicht für Geheimniskrämerei, all sein Wissen stellt er fragenden Menschen zur Verfügung. So haben auch wir, seit dem wir uns kennen, sehr viel von dem alten Herren abschauen und lernen können. Ohne seine Hilfe wäre es uns wohl nicht gelungen, unsere Palette der Roloplandrachen und weiterer Richard Steiff Drachen ständig zu vergrößern und in der nun erreichten Qualität zu bauen. 

Mit der großen Unterstützung Werner Ahlgrim's gelang uns die Rekonstruktion von 17 bisher unbekannten Drachen von Richard Steiff  innerhalb eines knappen Jahres.

Der Journalist und Buchautor Walter Diem hatte alte Fotos aus einem privaten Album von Richard Steiff aus dem Steiff Archiv zur Verfügung gestellt bekommen und bei einem Treffen in Bremerhaven bei Werner Ahlgrim sprachen wir alle erforderlichen Punkte zum Wiedererstehen dieser Drachen durch. Doch davon mehr  im nächsten Kapitel.

In dem späteren Kapitel „Downloads“ werden wir nach und nach, mit der uns von Werner Ahlgrim gerne gegebenen Zustimmung alle seine Baupläne veröffentlichen.

Nicht nur seine Baupläne von Roloplanen, sondern auch Pläne einiger Drachen, wie z.B den Invader oder das Kwintet werden wir in unsere „Downloads“ einfließen lassen. So möchten wir dazu beitragen, dass das Werk Werner Ahlgrim’s nicht eines Tages irgendwo verschwindet.

Doch Werner Ahlgrim ist nicht nur Drachenbauer par excellence, er hat in vergangenen Zeiten neben seinen Drachen auch Modellsegelflugzeuge, Buddelschiffe, und große alte Segelschiffmodelle gebaut.

Auch dem Radsport war er sehr zugetan und in gemütlicher Runde erzählte er so ganz nebenbei, dass er einmal von Bremerhaven mit dem Rad zur Wasserkuppe gefahren sei, dann mit Zug und seinem Rennrad weiter nach Köln reiste, um dort an einem Radrennen teilzunehmen um dann vom Rhein aus mal eben per Drahtesel nach Bremerhaven zurückzukehren. 

Werner Ahlgrim ist wohl der liebenswerteste Mensch den wir seit nun gut 17 Jahren kennen und der uns hoffentlich noch lange Jahre ein treuer Freund bleibt.